Weinglas richtig halten und Wein stilvoll genießen

Aloisia Hartmann 19. Juni 2026
Hände halten Weingläser am Stiel, um den Wein richtig zu halten. Ein Toast wird ausgesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Beim ersten Glas Wein entscheidet nicht die perfekte Etikette über den Genuss, sondern eine ruhige, sichere Hand. Wer ein Weinglas richtig halten möchte, sollte vor allem den Stiel greifen, den Kelch nicht mit der Hand umschließen und die Füllmenge im Blick behalten. So bleibt der Wein auf Temperatur, das Glas sauber und das Schwenken kontrolliert.

Mit wenigen Handgriffen bleibt der Wein kühl und aromatisch

  • Am Stiel greifen, nicht am bauchigen Kelch.
  • Daumen, Zeige- und Mittelfinger halten das Glas locker im oberen oder mittleren Stielbereich.
  • Der Kelch sollte höchstens zu einem Drittel gefüllt sein.
  • Die Hand am Kelch erwärmt besonders Weißwein und Schaumwein unnötig schnell.
  • Stiellose Gläser fasst man möglichst weit unten an.

Drei Personen stoßen mit Rotwein an. Sie halten das weinglas richtig, am Stiel, um den Wein nicht zu erwärmen.

Die einfache Grundregel für jedes Weinglas

Die sicherste und eleganteste Haltung ist unkompliziert. Ich fasse das Glas mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger am Stiel, während Ringfinger und kleiner Finger entspannt bleiben. Der Kelch selbst bleibt frei von Fingerabdrücken und wird nicht durch die Wärme der Hand aufgeheizt.

Ob Rotwein, Weißwein oder Sekt spielt dabei kaum eine Rolle. Bei einem klassischen Stielglas ist der Stiel der dafür vorgesehene Griff. Wer ihn zu fest zusammendrückt, wirkt nicht souveräner, sondern verliert beim Schwenken eher die Kontrolle.

Bereich des Glases Geeignet zum Halten? Warum
Stiel Ja Hält das Glas stabil und schützt die Trinktemperatur.
Fuß Kurzzeitig ja Praktisch beim Abstellen oder für eine schnelle Positionsänderung.
Kelch Möglichst nein Die Hand hinterlässt Spuren und erwärmt den Wein.

So greife ich das Glas beim Trinken und Verkosten

Für den Alltag genügt eine leichte Berührung. Ich setze den Daumen auf eine Seite des Stiels, lege Zeige- und Mittelfinger auf die andere Seite und lasse die restlichen Finger locker darunter ruhen. Der Griff sitzt am besten nicht direkt unter dem Kelch, sondern etwas weiter unten, wo sich das Glas entspannt balancieren lässt.

  1. Das Glas am Stiel aufnehmen, ohne den Kelch zu berühren.
  2. Den Wein nur bis etwa zum breitesten Punkt des Kelchs einschenken.
  3. Das Glas aufrecht halten und zuerst kurz am Wein riechen.
  4. Zum Schwenken den Fuß auf dem Tisch lassen und das Glas mit kleinen kreisenden Bewegungen führen.
  5. Beim Trinken den Stiel weiter locker zwischen den Fingern halten.

Beim Schwenken ist weniger mehr. Große Bewegungen sehen zwar eindrucksvoll aus, erhöhen aber das Risiko, Wein zu verschütten. Kleine Kreise reichen aus, damit sich der Wein an der Innenwand verteilt und seine Aromen besser freigibt.

Warum der Stiel nicht nur eine Frage des guten Stils ist

Der wichtigste praktische Grund liegt in der Temperatur. Eine Hand ist deutlich wärmer als ein gut gekühlter Wein. Wird der Kelch vollständig umfasst, überträgt sich die Wärme direkt auf den Inhalt. Bei einem leichten Weißwein kann das innerhalb weniger Minuten spürbar sein, weil Frische und Säure bei steigender Temperatur weniger präzise wirken.

Auch Rotwein profitiert vom Stiel. Die verbreitete Vorstellung, Rotwein müsse grundsätzlich bei Raumtemperatur getrunken werden, ist zu pauschal. Viele Rotweine wirken bei 14 bis 18 Grad Celsius ausgewogener als in einem warmen Wohnzimmer mit 22 Grad oder mehr.

Ein zweiter Vorteil ist die saubere Sicht auf den Wein. Fingerabdrücke am Kelch erschweren die Beurteilung von Farbe und Klarheit. Bei einer Verkostung zählt außerdem die Beweglichkeit: Nur wenn der Kelch frei bleibt, lässt sich das Glas kontrolliert schwenken und an die Nase führen.

Glasform und Füllmenge entscheiden über die Handhaltung

Ein gutes Weinglas ist so gestaltet, dass man es am Stiel bequem halten kann. Das Deutsche Weininstitut empfiehlt einen Stiel, der sich mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger sicher greifen lässt. Ist er sehr kurz oder ungewöhnlich dünn, darf man pragmatisch reagieren und den unteren Kelchbereich vorsichtig berühren.

Rotwein im bauchigen Glas

Große Rotweingläser verleiten dazu, den Kelch mit der ganzen Hand zu umschließen. Genau das würde ich vermeiden. Der breite Kelch soll dem Wein Luft geben, nicht als Griff dienen. Wegen des höheren Volumens ist eine Füllung von etwa 100 bis 150 Millilitern meist ausreichend.

Weißwein und Rosé

Bei Weißwein und Rosé fällt eine falsche Haltung besonders schnell auf, weil diese Weine meist kühler serviert werden. Eine Hand am Kelch beschleunigt die Erwärmung und hinterlässt sichtbare Spuren. Hier lohnt sich der Griff am Stiel besonders deutlich.

Sekt und Champagner

Schaumwein hält man ebenfalls am Stiel. Die schlanke Flöte oder das Coupé sollte nicht am Kelch erwärmt werden, wenn die Perlage und die Frische erhalten bleiben sollen. Zum Anstoßen genügt ein leichter Kontakt am oberen Kelchrand, ohne die Gläser kräftig gegeneinander zu schlagen.

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Stiellose Weingläser

Bei einem Tumbler oder einem stiellosen Glas gibt es keinen idealen Griff. Ich halte es möglichst im unteren Drittel und nur so lange wie nötig. Das ist ein Kompromiss zwischen sicherem Halt und möglichst geringer Wärmeübertragung. Für eine längere Verkostung bleibt ein klassisches Stielglas die bessere Wahl.

Diese Fehler verschlechtern den Weingenuss

  • Den Kelch mit der ganzen Hand umfassen: Der Wein wird schneller warm und das Glas bekommt Fingerabdrücke.
  • Das Glas randvoll machen: Es bleibt kein Platz zum Schwenken, und beim Trinken steigt die Gefahr, Wein zu verschütten.
  • Den kleinen Finger abspreizen: Das bringt keine zusätzliche Stabilität und wirkt meist gekünstelt.
  • Am Fuß hochheben: Für einen kurzen Moment ist das möglich, als dauerhafte Haltung ist der Stiel angenehmer und sicherer.
  • Den Stiel zu fest greifen: Dadurch verkrampft die Hand und feine Bewegungen werden schwieriger.
  • Das Glas am Rand anfassen: Beim Servieren können dort Fett- und Fingerabdrücke zurückbleiben.

Eine Ausnahme ist ein sehr schweres oder randvoll eingeschenktes Glas. Dann darf die Sicherheit Vorrang haben. Ich stelle das Glas lieber kurz ab oder greife es weiter unten, statt es mit einer unsicheren Bewegung über den Tisch zu balancieren.

Eine ruhige Hand lässt den Wein für sich sprechen

Die beste Haltung ist nicht die auffälligste, sondern diejenige, die den Wein möglichst wenig beeinflusst. Stiel greifen, moderat einschenken, locker schwenken reicht in den meisten Situationen vollständig aus.

Ob beim Abendessen, im Restaurant oder bei einer Weinprobe: Wer den Kelch frei lässt, schützt Temperatur, Aroma und Optik des Weins zugleich. Alles Weitere ist eine Frage der Übung und sollte niemals wichtiger werden als ein entspannter Genuss.

Häufig gestellte Fragen

Der Stiel schützt den Wein vor der Wärme der Hand und hält den Kelch frei von Fingerabdrücken. Das ist besonders bei Weißwein und Schaumwein wichtig, die sonst schneller warm werden.

Der Kelch sollte höchstens zu einem Drittel gefüllt sein, damit ausreichend Platz zum Schwenken bleibt. Bei großen Rotweingläsern sind etwa 100 bis 150 Milliliter meist ausreichend.

Beim Schwenken bleibt der Fuß des Glases am besten auf dem Tisch. Kleine kreisende Bewegungen reichen aus, damit sich der Wein an der Innenwand verteilt und seine Aromen freigibt.

Ein stielloses Glas hält man möglichst im unteren Drittel und nur so lange wie nötig. Für eine längere Verkostung ist ein klassisches Stielglas besser geeignet, weil es die Wärmeübertragung reduziert.

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Autor Aloisia Hartmann
Aloisia Hartmann
Hallo, ich bin Aloisia Hartmann. Seit 13 Jahren tauche ich nun schon in die faszinierende Welt der internationalen Getränke und der Genusskultur ein. Was mich an diesem Thema so begeistert, ist die schier unendliche Vielfalt und die Geschichten, die hinter jedem Schluck stecken – von den Traditionen, die sie prägen, bis hin zu den Menschen, die sie mit Leidenschaft herstellen. Hier auf pandahemer.de teile ich mein Wissen und meine Entdeckungen, sei es über exotische Teesorten, die Kunst der Cocktailzubereitung oder die Geheimnisse hinter regionalen Bierspezialitäten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Ihnen fundierte, aktuelle Informationen zu liefern, damit Sie Ihren eigenen Genussmomenten noch mehr Tiefe verleihen können.

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