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Espresso lungo richtig zubereiten und bitteren Geschmack vermeiden

Liselotte Bär 1. August 2026
Ein cremiger Espresso Lungo in weißer Tasse, daneben ein Cantuccini und Kaffeebohnen.

Inhaltsverzeichnis

Du möchtest einen größeren Kaffee als einen Espresso, aber keinen dünnen Filterkaffee? Ein espresso lungo verbindet die konzentrierte Zubereitung aus der Siebträgermaschine mit einer deutlich größeren Wassermenge. Ich zeige, wie sich der Lungo von Americano und Café Crème unterscheidet, welche Mengen sinnvoll sind und wie du bitteren oder wässrigen Geschmack vermeidest.

Die wichtigsten Fakten zum langen Espresso auf einen Blick

  • Mehr Wasser läuft direkt durch dasselbe Kaffeemehl wie beim Espresso.
  • Als Ausgangspunkt eignen sich 40 bis 60 ml Getränkemenge pro einfachem Shot.
  • Ein Lungo schmeckt meist weniger konzentriert, kann bei zu langer Extraktion aber bitter und trocken werden.
  • Beim Americano wird heißes Wasser erst nach dem Espresso hinzugefügt.
  • Für ein gutes Ergebnis sind Mahlgrad, Kaffeemenge und Brühzeit wichtiger als eine starre Milliliterzahl.

Frisch gebrühter Espresso lungo fließt in eine Tasse. Daneben eine fertige Tasse mit Crema und Löffel.

Was ein Lungo eigentlich ausmacht

Das italienische Wort „lungo“ bedeutet „lang“. Gemeint ist ein Espresso, bei dem mehr Wasser durch das Kaffeemehl läuft, während die Kaffeemenge zunächst gleich bleibt. Dadurch entsteht eine größere Tasse mit einem längeren, oft etwas leichteren Geschmack.

Ein klassischer Espresso enthält ungefähr 25 bis 30 ml Wasser. Beim Lungo sind je nach Maschine und Rezept etwa 40 bis 60 ml üblich. Manche Kaffeevollautomaten lassen deutlich größere Mengen zu, doch ab einem bestimmten Punkt wird aus dem verlängerten Espresso eher ein Café Crème.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur in der Wassermenge, sondern darin, wie das Wasser eingesetzt wird. Beim Lungo läuft die gesamte Menge während der Extraktion durch das Kaffeemehl. Dabei werden zuerst leicht lösliche Aromen und später zunehmend kräftige, manchmal auch herbe Bestandteile gelöst.

So bereitest du ihn zu Hause richtig zu

Für den Einstieg empfehle ich eine einfache Orientierung. Verwende für einen einfachen Shot etwa 7 bis 9 g Kaffeemehl und ziele auf 40 bis 60 g Getränk in der Tasse. Bei einem doppelten Sieb sind meist 16 bis 18 g Kaffee und ungefähr 50 bis 70 g Getränk ein guter Startpunkt.

  1. Heize Maschine, Siebträger und Tasse gründlich vor.
  2. Mahle die Bohnen fein, aber nicht ganz so fein wie für einen sehr kurzen Espresso.
  3. Verteile das Kaffeemehl gleichmäßig und tamp es mit konstantem Druck.
  4. Starte die Extraktion und beende sie, sobald die gewünschte Getränkemenge erreicht ist.
  5. Probiere den Kaffee und verändere danach nur eine Einstellung auf einmal.

Die Brühzeit liegt häufig bei 30 bis 50 Sekunden, abhängig von Kaffeemenge, Mahlgrad und Maschine. Eine feste Zeit ist jedoch kein Qualitätsbeweis. Wenn der Lungo nach 35 Sekunden ausgewogen schmeckt, gibt es keinen Grund, ihn künstlich länger laufen zu lassen.

Der richtige Mahlgrad entscheidet über den Geschmack

Läuft das Wasser in wenigen Sekunden durch, schmeckt die Tasse oft sauer, dünn oder unausgewogen. Dann ist der Mahlgrad wahrscheinlich zu grob. Tropft die Maschine dagegen sehr langsam und hinterlässt einen trockenen, bitteren Eindruck, solltest du etwas gröber mahlen oder die Wassermenge reduzieren.

Ich würde für den Anfang lieber mit einer kleineren Lungo-Menge arbeiten und mich langsam steigern. Ein Rezept mit 45 ml lässt sich meist leichter kontrollieren als ein sehr langer Bezug mit 90 ml, bei dem die später extrahierten Bitterstoffe stark in den Vordergrund treten.

Lungo, Americano und Café Crème im direkten Vergleich

Die drei Getränke sehen ähnlich aus, entstehen aber auf unterschiedliche Weise. Genau diese Zubereitungsdetails erklären, warum sie trotz vergleichbarer Tassenmenge nicht gleich schmecken.

Getränk Zubereitung Typische Menge Geschmack
Espresso Wenig Wasser läuft kurz durch fein gemahlenen Kaffee 25 bis 30 ml Intensiv, konzentriert, körperreich
Lungo Mehr Wasser läuft direkt durch das Kaffeemehl 40 bis 60 ml Länger, kräftig, manchmal herber
Americano Espresso wird mit heißem Wasser verlängert 100 bis ост? Verdünnt, klarer und oft weniger bitter
Café Crème Größere Wassermenge wird mit passendem Mahlgrad extrahiert 120 bis 180 ml Milder, größer und näher am langen Kaffee

In der Tabelle sollte bei der Americano-Menge kein starrer Standard verstanden werden. In Deutschland sind 100 bis 150 ml häufig, während Cafés auch größere Tassen anbieten. Der wichtigste Unterschied bleibt die Reihenfolge: Beim Americano kommt das Wasser nicht durch das Kaffeemehl.

Wenn du eine ausgeprägte Crema und einen kräftigen Körper möchtest, ist der Lungo interessant. Suchst du dagegen einen größeren, weicheren Kaffee ohne zusätzliche Bitterkeit, halte ich einen Americano oft für die bessere Wahl. Ein Café Crème passt wiederum besser, wenn du eine große Tasse für den ganzen Vormittag möchtest.

Welche Bohnen und Einstellungen gut funktionieren

Für einen Lungo funktionieren mittelkräftige bis dunklere Röstungen meist besonders zuverlässig. Schokoladige, nussige und karamellige Aromen bleiben auch bei der längeren Extraktion stabil. Ein kleiner Robusta-Anteil kann zusätzlich für mehr Körper und eine festere Crema sorgen.

Helle Röstungen sind nicht ausgeschlossen, aber anspruchsvoller. Sie können bei einem langen Bezug schnell säuerlich oder spitz wirken. Wenn du helle Bohnen verwendest, lohnt sich ein etwas gröberer Mahlgrad und eine vorsichtige Getränkemenge, damit die Tasse nicht überextrahiert.

Auch die Wasserqualität wird häufig unterschätzt. Sehr hartes Wasser kann Aromen dämpfen und die Maschine belasten, während völlig mineralarmes Wasser flach schmecken kann. Ein brauchbarer Mittelweg ist frisches, gefiltertes Trinkwasser mit ausgewogenem Mineralgehalt.

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Was bei Vollautomaten anders ist

Bei einem Vollautomaten wird der Lungo meist über eine Taste mit gespeicherter Wassermenge zubereitet. Stelle diese zunächst auf etwa 50 bis 70 ml ein und passe sie an die Bohne an. Eine Werksvoreinstellung ist bequem, aber nicht automatisch geschmacklich passend.

Viele Geräte mahlen für einen langen Kaffee nicht mehr Kaffeebohnen, sondern verwenden dieselbe Dosis mit mehr Wasser. Das kann funktionieren, führt bei großen Mengen aber schnell zu Bitterkeit. Für eine Tasse von 150 ml ist ein Americano-Programm oder eine separate Heißwasserfunktion oft sinnvoller.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Der häufigste Fehler ist die Annahme, ein Lungo werde einfach besser, je länger die Maschine läuft. Das Gegenteil kann passieren. Nach den angenehm löslichen Bestandteilen gelangen zunehmend herbe und trocknende Aromen in die Tasse.

  • Zu viel Wasser: Reduziere die Menge zunächst auf 45 bis 60 ml oder verwende heißes Wasser nach dem Bezug.
  • Zu feiner Mahlgrad: Mahle etwas gröber, wenn die Extraktion sehr langsam läuft und der Kaffee bitter schmeckt.
  • Zu grober Mahlgrad: Stelle feiner ein, wenn die Tasse sauer, wässrig oder auffällig kurz im Geschmack wirkt.
  • Alte Bohnen: Frische Bohnen mit stabilem Aroma liefern meist mehr Körper und eine sauberere Crema.
  • Unruhiger Kaffeekuchen: Eine ungleichmäßige Verteilung verursacht Channeling. Das Wasser sucht sich dann einzelne Wege durch das Kaffeemehl.

Wenn der Kaffee trotz guter Einstellung zu kräftig ist, würde ich nicht sofort die Extraktion immer weiter verlängern. Besser ist oft ein normaler Espresso mit separat erhitztem Wasser. So erhältst du mehr Volumen, ohne die letzten bitteren Bestandteile aus dem Kaffeekuchen zu lösen.

Wie viel Koffein in der längeren Tasse steckt

Mehr Wasser bedeutet nicht automatisch mehr Koffein. Entscheidend ist vor allem die verwendete Kaffeemenge und wie viel davon während der Extraktion gelöst wird. Ein Lungo aus derselben Dosis kann etwas mehr Koffein enthalten als ein kurzer Espresso, weil die Extraktion länger dauert.

Ein Americano aus einem Espresso enthält dagegen grundsätzlich ungefähr die Koffeinmenge des verwendeten Espressos. Das zusätzliche Wasser macht ihn milder, erhöht aber nicht den Koffeingehalt. Wer eine besonders große Tasse trinkt, sollte deshalb eher auf die Anzahl der Shots als auf das Volumen achten.

Auch bei entkoffeinierten Bohnen bleibt die Zubereitungslogik gleich. „Entkoffeiniert“ bedeutet nicht völlig koffeinfrei, aber die Restmenge ist deutlich geringer als bei normalem Kaffee. Für den Geschmack ist hier eine moderate Wassermenge besonders hilfreich, weil manche Decaf-Röstungen bei langen Bezügen schneller flach wirken.

Die passende Wahl für deine Kaffeepause

Ein Lungo passt zu dir, wenn du den Charakter eines Espressos behalten, aber mehr Zeit und Volumen in der Tasse haben möchtest. Beginne mit 45 bis 60 ml und taste dich nur dann weiter vor, wenn die Tasse noch süß und klar schmeckt.

Für eine große, sanfte Tasse ist der Americano meist unkomplizierter. Ein Café Crème eignet sich besser für 120 bis 180 ml und verlangt eine darauf abgestimmte Extraktion. Meine praktische Faustregel lautet deshalb: mehr Wasser durch den Kaffee ergibt einen Lungo, mehr Wasser neben dem Kaffee ergibt einen Americano.

Am Ende zählt nicht die Bezeichnung auf der Taste, sondern das Ergebnis in deiner Tasse. Wenn der Kaffee angenehm duftet, nicht trocken nachzieht und auch nach einigen Schlucken noch balanciert wirkt, hast du die richtige Einstellung gefunden.

Häufig gestellte Fragen

Für einen einfachen Shot sind 40 bis 60 ml Getränk ein guter Ausgangspunkt. Bei einem doppelten Sieb eignen sich etwa 50 bis 70 g Getränk. Beginne mit einer kleineren Menge und steigere sie nur, wenn der Kaffee ausgewogen bleibt.

Beim Lungo läuft mehr Wasser direkt durch das Kaffeemehl, meist ergeben sich 40 bis 60 ml. Beim Americano wird ein fertiger Espresso mit heißem Wasser auf etwa 100 bis 150 ml verlängert. Ein Café Crème wird mit einer größeren Wassermenge und einem passenden Mahlgrad extrahiert und umfasst meist 120 bis 180 ml.

Ein bitterer oder trockener Geschmack entsteht häufig durch einen zu feinen Mahlgrad, eine zu lange Extraktion oder zu viel Wasser. Schmeckt der Lungo sauer oder wässrig, ist der Mahlgrad wahrscheinlich zu grob oder das Wasser läuft zu schnell durch. Verändere jeweils nur eine Einstellung und reduziere die Menge zunächst auf 45 bis 60 ml.

Stelle die Getränkemenge zunächst auf etwa 50 bis 70 ml ein und passe sie an die Bohne an. Viele Vollautomaten verwenden für den langen Kaffee dieselbe Kaffeedosis wie für den Espresso. Für eine große Tasse mit etwa 150 ml ist deshalb ein Americano-Programm oder separat hinzugefügtes heißes Wasser oft besser geeignet.

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Autor Liselotte Bär
Liselotte Bär
Mein Name ist Liselotte Bär, und seit 7 Jahren widme ich mich mit großer Freude den internationalen Getränken und der faszinierenden Genusskultur. Was mich an diesem Thema so reizt, ist die schier unendliche Vielfalt und die Geschichten, die hinter jedem Schluck stecken. Ich liebe es, die Welt der Spirituosen, Weine und exotischen Erfrischungen zu erkunden, ihre Ursprünge zu beleuchten und die Nuancen im Geschmack zu entschlüsseln. Auf pandahemer.de teile ich mein Wissen, um auch Ihnen die Welt des Genusses näherzubringen – sei es durch fundierte Hintergrundinformationen, praktische Tipps oder die Vorstellung neuer Entdeckungen. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Themen verständlich zu erklären und Ihnen stets aktuelle sowie verlässliche Informationen zu liefern, damit Sie Ihren eigenen Genussmomenten mit mehr Wissen und Freude begegnen können.

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